Inhalt
Im Jahr 2012 gründeten Ruth Zenkert und Pater Georg Sporschill SJ den Verein ELIJAH, um verwahrloste Roma-Kinder und ihre Familien im rumänischen Siebenbürgen zu unterstützen. Die Roma erhalten direkte und nachhaltige Hilfe zur Verbesserung der Lebensumstände, um aus dem tiefen Elend herauszukommen, in das sie seit Generationen hineingeraten sind.
Den Namen hat der Verein vom Propheten Elijah erhalten. Er setzte sich für die Ärmsten ein und trat gegen Ungerechtigkeit auf.
Seit dem Beginn im Dorf Nou, 30 Kilometer östlich von Sibiu, ist das Projekt stetig gewachsen. Heute ist ELIJAH in sechs Orten tätig und betreibt vier Sozialzentren, zwei Musikschulen, ein Schülerwohnheim, ein Frauenhaus und ein Obdachlosen-Tageszentrum mit Notschlafstellen und es gibt über 160 erbaute bzw. renovierte Familienwohnhäuser.
Unsere Mission
Der Prophet Elijah kämpfte gegen Ungerechtigkeit. In der Hungersnot, gegen Missbrauch und wo das Leben von Kindern bedroht war. Die ungerechte Königin verfolgte ihn. Er flüchtete. Als Elijah am Verhungern war, brachten ihm die Raben „Brot und Fleisch am Morgen und ebenso Brot und Fleisch am Abend“, so berichtet die Bibel.
Die Raben – sie sind in Rumänien das ärgste Schimpfwort für Roma. Doch die Raben sind treu, sozial, lernfähig und schlau. Wie unsere kleinen Freunde und Freundinnen. Wenn die Familien zu essen haben und die Kinder lernen dürfen, werden sie sich für andere einsetzen. Wie die Raben des Elijah in göttlichem Auftrag.
Wie eine Familie
Le Chaim – Auf das Leben! – ist Name und Programm im Gemeinschaftshaus in Marpod. In dem ehemaligen Sachsenhof brennt das Feuer für ELIJAH. Hier wohnen die Gründer P. Georg Sporschill SJ und Ruth Zenkert mit Mitarbeiterinnen und Volontärinnen. In der ELIJAH-Gemeinschaft hat jeder eine Aufgabe.
Den Tag beginnen wir mit einem Morgengebet, das die Volontärinnen vorbereiten und leiten. Nach dem Frühstück gehen wir an die Arbeit – im Sozialzentrum, in der Werkstatt, der Küche, der Musikschule und im Büro. Die Kinder gehen in die Schule. Am Abend feiern wir die Hl. Messe mit P. Georg, oft kommen Kinder, Freundinnen, Mitarbeiterinnen hinzu. Unsere Gäste und Wohltäterinnen werden in der Gemeinschaft Le Chaim beherbergt und nehmen teil an unserem Leben und unserer Arbeit.
Spiritualität
Das religiöse Leben bei ELIJAH ist unser täglicher Rahmen. Vierzehntägig kommen über 30 Mitarbeiterinnen von ELIJAH zur Bibelschule. Wir lesen in der Bibel und versuchen, Fragen an das Leben und in der Sozialarbeit zu finden, einen weiteren Horizont zu entdecken und uns von Gott führen zu lassen.
Wir leben die Ökumene. Ein Beispiel ist die Freundschaft zwischen Pater Călin, dem orthodoxen Priester in Hosman, und Pater Georg. Pater Călin ist oft zu Gast bei uns, wir tauschen uns aus und essen zusammen.
Alle zwei Wochen erscheint das Bimail, das wir an Interessierte verschicken. Es sind kurze Geschichten, die von der täglichen Arbeit erzählen: von begeisterten Kindern im Musikunterricht, von Jugendlichen, die Verantwortung für ihre Familien übernehmen, vom Glück, wenn Schützlinge und Mitarbeiterinnen von Fremden zu Freundinnen werden, aber auch von Konflikten und Rückschlägen. Daraus ist ein Buch entstanden:
Mit Feuer vom Himmel. Neue Geschichten von Elijah und seinen Raben. Amalthea Verlag 2019, erhältlich im Buchhandel oder beim Amalthea Verlag.
Kinderschutz
Die ELIJAH-Mitarbeiter sind in der ROMA-Kultur mit autoritären, patriarchal geprägten Familienstrukturen konfrontiert. Dazu kommen Armut und geringe Bildung. So erfahren Frauen und Kinder wenig Geltung und sind häufig Gewalt und Missbrauch ausgesetzt.
ELIJAH bietet Kindern und Jugendlichen geschützte Räume. Das Kinderschutz-Team stärkt die jungen Menschen und hilft ihnen, sich gegen Gewalt und Übergriffe zu wehren, sich aber auch für andere einzusetzen. Regelmäßige Supervision innerhalb des ELIJAH-Teams und Workshops mit externen Expertinnen zur Sensibilisierung von Mitarbeitern und Eltern werden organisiert.
Den ELIJAH-Handlungsrahmen bilden nicht nur die nationalen rumänischen Kinder- und Jugendschutzgesetze, sondern auch internationale Menschenrechtsabkommen: insbesondere die UN-Kinderrechtskonvention und das Haager Kinderschutz-übereinkommen. Darüber hinaus haben wir eine eigene ELIJAH-Kinderschutz-Richtlinie erarbeitet, die auf Basis der internationalen Kinderschutz-Standards von Keeping Children Safe (www.keeQingchildrensafe.org.uk) von der ECPAT-Österreich-Arbeitsgemeinschaft mitentwickelt wurde.
Verantwortlich für die Entwicklung der ELIJAH-Kinderschutz-Richtlinie sowie die Umsetzung des Projektes in der gesamten Organisation ist die deutsche Dipl.-Psych. Barbara Zenkert B.A. Die Expertin verfügt über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit traumatisierten Patientinnen und begleitet die ELIJAH-Mitarbeiterlnnen beratend durch Workshops und Trainings.
„Kinderschutz ist für Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten, weltweit in den Fokus gekommen. ELIJAH hat von Anfang an eine Kultur von Schutz und Sicherheit für Kinder entwickelt und Leitlinien formuliert, denen sich der Verein mit allen Mitarbeiterinnen, Freiwilligen und Besucherinnen verpflichtet fühlt. ELIJAH möchte den Kindern und Jugendlichen geschützte Räume anbieten und Bedingungen schaffen, die möglichst frei von psychischer, körperlicher und emotionaler Gewalt sind. Unsere Haltung spiegelt sich in der „Child Protection Policy“ wider, die Beurteilung von risikobehafteten Situationen, die Beteiligung und Kommunikation der Schutzbefohlenen, den Notfallplan und Fortbildung enthält.

